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Endlich war es soweit. Am Samstag, den 22.01. gegen 18.35 Uhr flogen wir von Stuttgart aus mit “Swiss” nach Zürich und von dort nach Johannesburg. Ankunft am 23.01. gegen 09.40 Uhr (Ortszeit). Hier trafen wir am Flughafen auf unseren Reiseleiter Kurt - hallo Kurt - und die anderen Mitglieder unserer Gruppe. Dazu ganz kurz: wir hatten über “SeaBridge” - Motorhome Tours eine 4 wöchige geführte Wohnmobiltour gebucht. Das heißt: Wohnmobilübernahme in Jo`burg und -rückgabe in Kapstadt - Cape Town - Kapstaad - Kaapstad. Insgesamt waren es 19 Wohnmobile mit den beiden Fahrzeugen unseres Reiseleiters und dem des Mechanikers Lucas, die mit uns fuhren. Nach dem üblichen kurzen kennenlernen der Teilnehmer und des Geldwechselns, hier machten wir unsere erste Erfahrung bzgl. des herrschenden Arbeitseifers, fuhren wir mit dem Bus in unser Hotel, der "Heia Safari Ranch", die ca.50 km nordwestl. der Stadt liegt. Auf dem Weg dorthin machten wir noch eine Stadtrundfahrt durch Jo`burg und Vororte. Über Jo`burg gibt es viel zu sagen, hier nur eines: ich würde mich nicht trauen zu Fuß durch die Stadt zu laufen, nicht mal mit dem Auto durchzufahren - Ausnahme, ich hätte ein gepanzertes Fahrzeug. Die einzigen weissen Gesichter die wir sahen, waren die Gesichter der Businsassen. Die Kernstadt Jo`burg ist eine zutiefst heruntergekommene Stadt und erinnert irgendwie an Sience Fiction Städte der schlimmsten Art. Gegen 15.00 Uhr kamen wir in unserem Hotel, der “Heja Safari Ranch” an und bezogen unser Rondevaal mit großem Badezimmer und einen großen Terrasse. Eine weitere Überraschung war für uns, daß sich auf dem Gelände, zwischen den Rondavels, Giraffen, Zebras und Antilopen tummelten. Ich glaube, keinen der Tourteilnehmer hielt es in seinem Rondavaal, sondern alle rannten, bewaffnet mit Kamera und Foto ins Freie um zu filmen bzw. zu knipsen. Nachdem ich auch einige Bilder geschossen hatte, legte ich mich erst mal in die Badewanne um zu entspannen - immerhin waren wir schon ca. 32 Std. auf den Beinen in denen ich wenig bzw. überhaupt nicht geschlafen habe. Jetzt konnte ich endlich etwas ruhen bis zum “Empfangsbraai”. Der Braai ist eigentlich ein typisch südafrikanischer Gas- bzw. Holzgrill - ein-/dreibeinig mit ovalen Oberteil und rundem Rost. Braai ist aber auch alles was gegrillt ist und / oder in einem dreibeinigen über offenen Feuer hängenden Kessel gekocht wird. Wo anders sagt man dazu Barbecue. Nach dem ausgezeichneten Braai und einigen kleinen erfrischenden Bierchen, z.B.: Windhoek Lager, hatte ich die nötige Bettschwere und ging endlich schlafen. Auch Roswitha, meine bessere Hälfte war geschafft, ihr erging es nicht besser als mir. Wir hatten nur noch eines in Sinn - schlafen, schlafen. Deshalb wünsche ich allen eine gute Nacht.
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Montag, der 24.01. Aufstehen gegen 06.30 Uhr. Die Sonne lacht und warm wird es werden. Gegen 07.00 Uhr gehen wir frühstücken. Sehr leckeres Frühstücksbüffet, die Stimmung steigt. Um 8.30 Uhr steigen wir in den Bus mit dem wir heute nochmals unterwegs sind und zwar nach Pretoria mit seinen ca. 4,7 Mill. Einwohnern. Nach Pretoria haben wir rd. 60 km. Als erstes und weil es sich einfach anbietet fahren wir zum Vortrekker Monument, dass als Denkmal und Museum 1947 zu Ehren der Voortrekker errichtet wurde, die die Kapkolonie zu Tausenden zwischen 1835 und 1854 verließen, um viele Teile des heutigen Südafrika zu besiedeln. Nachdem wir das Monument ausgiebig bestaunt hatten und auch einiges über die Geschichte der Vortrekker erfuhren, genossen wir den herrlichen Ausblick, von der obersten Plattform aus, auf die Stadt Pretoria. Nächster Punkt unserer Sightseeing-Tour: das Union Building, das 1910 erbaut wurde. Hier ist der Regierungssitz, wenn das Parlament nicht in Kapstadt ist, dem zweiten Sitz der Regierung. Hier wurde auch Mandela in sein Amt eingeführt. Pretoria wird auch die Jakarandastadt genannt, da es in der Stadt ca. 70000 Jakarandabäume gibt, die die Stadt im Oktober in ein zartlila blühendes Blütenmeer verwandeln. Nach einer ausgiebigen Stadtrundfahrt, Besuch und Besichtigung des Plenarsaales des Stadtparlaments, fuhren wir wieder zur Heia Safari Ranch zurück. Da so eine Stadtbesichtigungstour relativ anstrengend ist, hatten wir nun etwas Zeit zum relaxen, bevor es am Abend zu einer Zulu Veranstaltung mit traditionellen Tänzen und Braai ging. Auf dieser Veranstaltung, die in einem nachgebauten Zulukral stattfand, wurden durch eine Gruppe weiblicher und männlicher Zulus traditionelle Tänze vorgeführt. Ausserdem gab es ein Essen, dass von Zulufrauen, in Kesseln über dem offenen Feuer zubereitet wurde. Geschmacklich einwandfrei, leider kennen Zulus im Essen weder Pfeffer noch Salz. Zum Ende der Veranstaltung und nachdem Essen reichten junge Zulumädchen das bei den Zulus sehr geschätzte Hirsebier. Die Mädchen boten jedem Gast in einer Kelebasse Bier an, dabei knieten sie sich auf den Boden, tranken selbst einen Schluck vom Gebraeu, reichten dann das Gefaess, mit beiden Händen haltend, dem Gast. Jetzt konnte jeder einen bzw. zwei Schluck nehmen oder auch nicht. Das “Bier” war sehr erfrischend und schmeckte nicht schlecht. Nebenbei bemerkt: dem Mädchen, dass an unseren Tisch kam schien das Bier zu schmecken. Denn jedesmal wenn es das Getränk anbot, nahm es selbst einen grossen Schluck. Was zur Folge hatte das es sich ein paarmal, statt hinzuknieen, auf ihren gut gepolsterten Hintern setzte. Nach gut 3 Std. war die sehr gute Veranstaltung - angemerkt sei das die jungen Zulus mit grosser Begeisterung bei der Sache waren - beendet. Wir enterten wieder die Safarifahrzeuge und fuhren in tiefer Dunkelheit zurück zur Unterkunft, wo die meisten noch einen kleinen “Absacker” in der Bar zu sich nahmen. Gegen 24.00 Uhr war der Tag gelaufen und wir verkrochen uns in unser “Heia Safari Bett”.
Dienstag, der 25.01. Heute ist es endlich soweit, der Ernst des Lebens beginnt nun für alle. Wir übernehmen unsere Mietwohnmobile. Um 08.00 Uhr geht es mit dem Bus nach Kempton-Park zur Maui-Station. Vorher wird aber erst alles Gepäck verladen, dann fahren wir los. Nach gut einer Stunde sind wir angekommen, entladen unsere Sachen und harren der Dinge die auf uns jetzt zukommen. Das ist zu unserer Überraschung ganz einfach: wir erhalten die Fahrzeugschlüssel für das Fahrzeug das wir in den nächsten 3 Wochen benutzen werden. Eine Kurzeinweisung bzw. Überprüfung des Fz durch einen Mitarbeiter der Verleihstation und um 10.00 Uhr ist alles erledigt, es kann losgehen. Gefahren wird je nach “Gusto”. Km-Stand bei Übernahme: 68160 Man kann alleine fahren oder in Gruppen, es bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist, dass legt uns unser Reiseleiter Kurt Erler nochmals ans Herz, dass wir uns alle um 18.00 in Sabie auf dem Campground treffen. Noch wichtiger aber: in ZA herrscht Linksverkehr, überholt wir rechts. Die vor uns liegende Strecke beträgt ca. 370 - 400 km. Die ersten Fz fahren los, einzeln, in zweier oder dreier Gruppen. Wir entschliessen uns eine Zweiergruppe, zusammen mit Ede und Marianne zu bilden. Gegen 10.30 fahren wir dann los, vorher schauen wir uns aber die zu bewältigende Strecke nochmals auf unserem Streckenplan an und legen ihn uns griffbereit aufs Armaturenbrett.Nach diesen von “SeaBridge-Tours” ausgearbeiteten Streckenplänen und -beschreibungen werden wir uns im groben in den nächsten Tagen richten. Die Pläne sind so exakt ausgearbeitet das sie im grossen und ganzen eine Strassenkarte ersetzen. Ein verfranssen ist eigentlich unmöglich und trotzdem ist es uns nach ca. einer Stunde Fahrzeit passiert. Da wir beide, Ede und ich, dass linksfahren nicht gewohnt waren und uns doch die ersten beiden Tage stark auf die Strasse konzentrieren mussten, übersahen wir doch eine Abfahrt und mussten deshalb 8 km Umweg fahren die uns auch 8 Rand Mautgebühr gekostet haben. ( rd. Euro 1.10). Das war aber das einzige mal wo wir uns verfransst haben und zwar während der gesamten Dauer der Tour. Die Fahrt brachten wir ohne Probleme hinter uns, dass Wetter war herrlich, strahlender Sonnenschein, ca. 28 Grad warm. Nur ca. 50 km vor Sabie, als wir einen Pass überquerten fing es an nebelig zu werden und es regnete. In Sabie versorgten wir uns beim Spar-Supermarkt - richtig gelesen, SPAR-Supermarkt, wie in Deutschland - mit Lebensmitteln und alkoholischen Getränken. Dann fuhren wir zum Campground. Sehr schöner großzügiger Platz mit einem sehr guten Restaurant, dass wir noch am gleichen Abend ausgiebig testeten. Ein Mercedes Werkstattteam war auch schon anwesend, da kleinere Probleme an den Fahrzeugen aufgetreten waren. Bei unserem Fahrzeug mussten die Bremsen nachgestellt werden.Nach einem kurzen Briefing bei und mit Kurt, dass zukünftig täglich stattfand, gings ins Restaurant. Kurze Erklärung zum Briefing: hier wurde die Route für den nächsten Tag besprochen und sonstige Sachen die so unterwegs aufgetreten sind bzw. auftreten könnten. Kurt, unser Reiseleiter nicht “Reiseleider” versuchte auch uns einiges über ZA zu vermitteln. Ich glaube das gelang ihm. Ganz kurz noch, geregnet hat es in Strömen als wir das Lokal verlassen haben. Was soll`s auch, es war ja Regenzeit in ZA. Morgen gehts weiter zum Blade River Canyon
Mittwoch, der 26.01. Unser Tagesziel heute: Blyde River Canyon - Campground: Aventura Resort Blydepoort, Graskop Um 06.30 Uhr werde ich wach weil es so ruhig ist. Natürlich der Regen hat endlich aufgehört und ich vermisse das Geplätscher auf dem Fahrzeugdach. Als ich nach draussen schaue, sehe ich das auch andere schon wach sind, meine Frau schläft noch, also gehe ich mich mal kurz duschen. Ich komme vom duschen zurück, meine Holde schläft immer noch, jetzt wird `s aber Zeit zum aufstehen, wir haben uns vorgenommen spätestens gegen 08.00 Uhr loszufahren. Nicht weil wir eine lange Strecke vor uns haben - eigentlich nur 140 km - sondern weil lt. der Routenbeschreibung eine sehr schöne Strecke vor uns liegt auf der es angeblich viel zum sehen gibt. Ich wecke also meine Frau und mache mich ans Frühstück. Heute morgen gibt es “ham and eggs”, kleine Bratwürstchen und “Kommißbrot”. Alles im Sparmarkt gekauft. Übrigens, wenn einer von euch mal nach Südafrika fährt, die Bratwürste dort, es gibt sie in allen Variationen, geschmacklich wie auch in der Größe, sind einfach Klasse. Alleine wegen der Bratwürste lohnt es sich Urlaub in ZA zu machen?? Bier ist auch nicht schlecht. Mein Tipp: Windhoek Lager und Hansa Pils. Gegen 08.30 Uhr fahren wir los, vorher besprechen Ede und ich wie wir die Strecke fahren. Das heisst: welche im Roadbook beschriebenen sehenswerte Punkte fahren wir an, lassen wir aus. Nach dem das geklärt ist geht`s endlich los. Das Wetter ist noch durchwachsen, hauptsächlich tief hängende Wolken. So bleibt es leider den ganzen Tag, aber trotzdem war es landschaftlich sehr schön und deshalb haben wir auch bei “Bourke`s Luck Potholes eine kleine Wanderung unternommen. Erstens ist so ein kleiner Fußmarsch gut für die Gesundheit, zweitens hat es sich wegen den interessanten Felsformationen bzw.-auswaschungen gelohnt. Auftanken mussten wir auch in Graskop und waren sehr überrascht, endlich war an der Tanksäule mal die Anzeige der Liter höher, als die Preisanzeige - umgerechnet in Euro, in Rand sah es aus wie bei uns. (Dieselpreis pro Liter: 3,60 - 4,30 Rand / ca. 27 - 32 Cent). Am späten Nachmittag erreichten wir den Campground. Schöner Platz, mit Pool, Restaurant. Zum schwimmen war es zu kühl. Haben heute Pullover angezogen.
Donnerstag, der 27.01. Tagesziel heute: Letaba Rest Camp im Krüger National Park - Fahrstrecke ca. 190 km
Aufstehen, Duschen, Frühstücken, Fahrzeug fahrbereit machen. Die übliche Morgentätigkeit. Um 08.30 Uhr Abfahrt, aber vorher kurze Besprechung mit Ede wie wir fahren. Wir nehmen auf alle Fälle die kürzeste Strecke, denn wir wollen schnellsten in den Krüger National Park um Zeit für Tierbeobachtung zu haben. Nach ca 120 km und einer Fahrzeit von knapp 2 Std. sind wir am Phalaborwa Gate, einem der Tore zu KNP angekommen. Das einchecken ist kein Problem, da durch unseren Reiseveranstalter, SeaBridge-Tours schon alles vorbereitet war. Nur Ausweiskärtchen vorzeigen und schon waren wir im Park. Was uns jetzt eigentlich noch fehlte war ein Löwe, Elefant oder sonstiges Tier. Zuerst mussten wir uns aber bezähmen auf`s Gaspedal zu treten. Erlaubt ist im Park nur eine Geschwindigkeit von 40 km/h. Also runter vom Gas und sich auf “Pirschfahrt” einstellen. Dabei hielt Roswitha auf der lk. Seite Ausschau nach “Viecherln” und ich mit dem re. Augen nach rechts, mit dem linken schielte ich auf die Straße. Schon nach nicht einmal 1,5 km Fahrt schrie meine Frau begeistert auf: “ein Elefant, ein Elefant”. Jetzt ganz langsam an das Tier, das ca. 10 m neben dem lk. Strassenrand stand, ranfahren. Hoffentlich verschwindet es nicht, Ede stand nämlich schon in Höhe des Tieres. Nein, es denkt überhaupt nicht daran. Fotoapparat raus und geknipst was das Zeug hält. Das war unser erster Elefant, sozusagen ein echter, keiner von denen die im Zoo stupide mit dem Kopf hin und her wackeln oder immer einen Schritt vor und zurück machen, einfach erhaben. Leider haben wir an diesem Tag kein grösseres Tier mehr gesehen. Trotzdem war dieser Tag ein “Highlight” und was nicht ist kann noch werden. Wir sind ja noch länger im Krüger National Park.
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